Leichtbauplatten richtig zuschneiden: Vom Plattenformat zum ersten Korpus

Leichtbauplatten richtig zuschneiden: Vom Plattenformat zum ersten Korpus

Eine Leichtbauplatte sauber zuzuschneiden und daraus einen geraden Korpus zu bauen, ist kein Hexenwerk. Ein paar Grundlagen sollte man beim Zuschnitt allerdings beachten – insbesondere dann, wenn mehrere Bauteile später exakt zusammenpassen sollen.

In der ersten Folge unserer neuen epicPLY Werkstatt-Serie bauen wir deshalb nicht direkt komplizierte Möbel. Wir starten mit den Grundlagen: Wir formatieren eine Platte, stellen eine rechtwinklige Referenz her, schneiden die einzelnen Bauteile zu und bauen daraus einen einfachen Korpus.

Der Korpus wird später Teil unserer neuen Arbeitsfläche. Gleichzeitig können wir daran einige Arbeitsschritte zeigen, die auch beim Camper- und Möbelbau immer wieder benötigt werden.

Unsere neue epicPLY Werkstatt

Aus einer bisher leeren Garage soll Schritt für Schritt eine richtige Werkstatt entstehen.

Dabei möchten wir nicht einfach nur das fertige Ergebnis zeigen. Der Aufbau der Werkstatt gibt uns die Möglichkeit, unterschiedliche Materialien, Werkzeuge und Verarbeitungstechniken direkt in echten Projekten zu zeigen.

Los geht es mit einem einfachen Korpus für unsere zukünftige Arbeitsfläche.

Als Material verwenden wir dafür unsere Performance Multilayer aus europäischer Pappel. Sie ist etwas schwerer als beispielsweise unsere Albasia-Platten, besitzt dafür aber eine robustere Oberfläche – für den Einsatz in einer Werkstatt eine interessante Eigenschaft.

Performance Multilayer ansehen

Welches Werkzeug braucht man zum Zuschneiden von Platten?

Für unseren Zuschnitt verwenden wir eine Tauchsäge mit Führungsschiene.

Das ist allerdings nicht die einzige Möglichkeit. Je nach Projekt und vorhandenem Werkzeug können Platten beispielsweise auch mit anderen geeigneten Sägen zugeschnitten werden.

Entscheidend ist vor allem ein sauberer und kontrollierter Schnitt.

Bei der Tauchsäge verwenden wir ein scharfes Sägeblatt mit entsprechend vielen Zähnen. Außerdem arbeiten wir mit einer Absaugung.

Wer nur gelegentlich ein Projekt baut, muss sich dafür nicht unbedingt eine komplette Werkstattausstattung anschaffen. Werkzeug kann beispielsweise auch ausgeliehen werden.

Und wer seine Platten überhaupt nicht selbst zuschneiden möchte, kann die benötigten Bauteile direkt über unseren epicPLY Zuschnitt-Konfigurator planen und nach Maß bestellen.

Zum Zuschnitt-Konfigurator

Warum sollte eine Platte vor dem Zuschnitt formatiert werden?

Ein wichtiger Punkt wird beim ersten eigenen Plattenzuschnitt gerne übersehen:

Die Außenkante einer gelieferten Platte sollte nicht automatisch als exakte Referenz für den Möbelbau verwendet werden.

Bei unseren Platten befindet sich rund um das eigentliche Nutzmaß außerdem etwa 1 cm Transportzugabe. Dieser Bereich wird von uns nicht berechnet und dient unter anderem dazu, mögliche Beschädigungen an den Außenkanten beim Transport vom eigentlichen Nutzmaß fernzuhalten.

Bevor wir unsere einzelnen Bauteile zuschneiden, stellen wir deshalb zunächst eine saubere Referenz her.

Dafür schneiden wir zuerst eine lange Außenkante sauber ab.

Anschließend erzeugen wir dazu eine rechtwinklige zweite Kante. Damit haben wir einen definierten 90°-Winkel, von dem aus wir unsere weiteren Maße übertragen können.

Gerade beim Korpusbau ist dieser Schritt wichtig. Schon kleine Winkelfehler können sich über mehrere Bauteile fortsetzen und später bei der Montage bemerkbar machen.

Opferplatte und Schnitttiefe richtig einstellen

Beim Zuschnitt legen wir unsere Platte auf eine Opferplatte.

Die Tauchsäge stellen wir dabei so ein, dass das Sägeblatt nur ungefähr 1–2 mm tiefer als die zu schneidende Platteeintaucht.

So wird die Unterlage nur leicht eingeschnitten und die Platte liegt während des Sägens vollflächig auf.

Je nach Material können Schnittkanten sehr scharf sein. Das gilt insbesondere bei beschichteten Platten. Entsprechend sollte beim Umgang mit den frisch geschnittenen Bauteilen vorsichtig gearbeitet werden.

Mehrere identische Bauteile zuschneiden

Für einen Korpus benötigen wir mehrere Bauteile, deren Abmessungen möglichst genau übereinstimmen sollten.

Dabei ist nicht nur das absolute Maß entscheidend. Besonders wichtig ist, dass beispielsweise gegenüberliegende Seiten beziehungsweise Boden und Deckel untereinander identisch sind.

Für wiederholgenaue Schnitte verwenden wir Anschläge an unserer Führungsschiene. Dadurch können wir dasselbe Maß auf mehrere Bauteile übertragen, ohne jeden Schnitt vollständig neu ausmessen zu müssen.

Solche Anschläge sind praktisch, aber kein Muss.

Alternativ kann das gewünschte Maß klassisch angezeichnet und die Führungsschiene anschließend entsprechend ausgerichtet werden.

Zuschnitt vorher planen

Bevor die ersten Teile aus der Platte geschnitten werden, lohnt sich ein Zuschnittplan.

So lässt sich vorher überlegen, wie die benötigten Bauteile möglichst sinnvoll auf einer Platte angeordnet werden können.

Auch hierfür könnt ihr unseren Zuschnitt-Konfigurator verwenden. Damit lässt sich der Plattenbedarf für ein Projekt planen – auch wenn ihr die Platte anschließend selbst zuschneiden möchtet.

Das kann insbesondere bei größeren Projekten mit vielen unterschiedlichen Bauteilen helfen, Material und unnötigen Verschnitt einzusparen.

Schnittkanten bearbeiten

Nach dem Zuschnitt können die entstandenen Kanten noch nachbearbeitet werden.

Eine einfache Möglichkeit besteht darin, die scharfe Kante leicht zu schleifen beziehungsweise zu brechen.

Alternativ kann beispielsweise eine Oberfräse verwendet werden.

Bei unserer Performance Multilayer entsteht durch den mehrlagigen Aufbau und die dunkle Verleimung eine sichtbare Multiplexkante. Dadurch kann die Kante – je nach gewünschter Optik – auch bewusst sichtbar bleiben.

Beim Schleifen sollte auf den entstehenden Staub geachtet und geeigneter Atemschutz verwendet werden.

Leichtbauplatten zu einem Korpus verschrauben

Für unseren ersten Werkstattkorpus verwenden wir bewusst eine sehr einfache Verbindung:

Die Platten werden stumpf aneinander gesetzt und miteinander verschraubt.

Bei geeigneten Multiplexplatten ist eine Verschraubung in die Plattenkante möglich. Wichtig ist dabei allerdings, sauber vorzubohren.

Wir zeichnen zunächst die Position der Platte an. Bei einer 15 mm starken Platte liegt die Mitte ungefähr bei 7–7,5 mm.

Anschließend werden die Schraubenpositionen markiert und vorgebohrt.

Das Vorbohren reduziert das Risiko, dass das Material beim Einschrauben aufspaltet. Zusätzlich senken wir die Bohrungen an, damit die Schraubenköpfe sauber in der Oberfläche sitzen.

Beim Verschrauben sollte außerdem mit Gefühl gearbeitet werden. Pappel ist ein vergleichsweise weiches Holz – die Schrauben müssen deshalb nicht mit maximalem Drehmoment angezogen werden.

Muss ein Korpus immer verschraubt werden?

Nein.

Die einfache Verschraubung ist nur eine mögliche Verbindungsmethode und für unseren Werkstattkorpus eine unkomplizierte Lösung.

Je nach Möbelstück, gewünschter Optik und vorhandener Ausstattung kommen auch andere Verbindungstechniken infrage.

Genau solche Themen möchten wir in den kommenden Folgen unserer Werkstatt-Serie nach und nach behandeln.

Platten selbst zuschneiden oder Zuschnitt bestellen?

Beides hat seine Berechtigung.

Wer gerne selbst baut und über das entsprechende Werkzeug verfügt, kann mit einer Führungsschiene und einer Tauchsäge sehr präzise Ergebnisse erzielen. Außerdem ist man beim Bau flexibel und kann Maße während des Projekts noch anpassen.

Wer dagegen möglichst schnell mit dem eigentlichen Möbelbau beginnen möchte oder nicht über das entsprechende Werkzeug verfügt, kann sich die benötigten Bauteile direkt zuschneiden lassen.

Bei epicPLY könnt ihr eure Bauteile über unseren Zuschnitt-Konfigurator planen und bestellen.

Plattenzuschnitt konfigurieren

Der erste Baustein unserer neuen Werkstatt

Mit dem ersten Korpus steht jetzt der Anfang unserer neuen Werkstatteinrichtung.

In den nächsten Folgen bauen wir die Werkstatt Schritt für Schritt weiter aus und nutzen die einzelnen Projekte gleichzeitig, um unterschiedliche Verarbeitungstechniken zu zeigen.

Dabei soll es nicht nur um unsere Werkstatt gehen. Viele der gezeigten Arbeitsschritte lassen sich genauso auf den Camperausbau und Möbelbau mit Leichtbauplatten übertragen.

Welche Verarbeitungstechnik sollen wir uns als Nächstes genauer ansehen?

Schreibt uns eure Fragen gerne unter das YouTube-Video. Häufig gestellte Fragen greifen wir in zukünftigen Videos und Beiträgen auf.

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